Faschismus
Merkmale faschistischer Bewegungen und System

(von lat. fasces = Rutenbündel, dem Sinnbild der Macht römischer Beamter)

Faschismus bezeichnet anfänglich die seit dem 1. Weltkrieg in Italien aufkommende nationalistische, autoritäre und imperialistische Bewegung unter Mussolini, die bis 1943 die Form des italienischen Staates bestimmte.

Bald wurde der Begriff auch auf andere extrem nationalistische und völkische Parteien und Bewegungen in Europa ausgedehnt. Faschistische Bewegungen gab es in nahezu allen europäischen sowie zahlreichen südamerikanischen Staaten. Im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) z. B. kam die Falange unter Francisco Franco mit deutscher und italienischer Hilfe an die Macht; sie konnte sich bis 1975 halten. In Portugal schuf António de Oliveira Salazar mit dem Estado Novo ein faschistisch ausgerichtetes Regime, in Österreich entwickelte sich der Austrofaschismus, dessen Anhänger vehement für den Anschluss an das Deutsche Reich eintraten, und während des 2. Weltkrieges verhalf Deutschland mehreren faschistischen Regimen zur Macht, darunter dem der Ustascha in Kroatien.

Extremer Nationalismus

Faschistische Bewegungen verabsolutieren das jeweilige nationale Eigeninteresse und verherrlichen und verklären die Geschichte des eigenen Volkes; aber obwohl dezidiert nationale Bewegungen, hatten die faschistischen Parteien Mussolinis und Hitlers auch Vorbildcharakter für ähnlich gerichtete Bewegungen im Ausland.

V olksgemeinschaft

Soziale Spannungen, Interessen- und Klassengegensätze werden in faschistischen Bewegungen geleugnet und

die „Volksgemeinschaft“mythisiert und beschworen.

Führerprinzip

Ein zentrales Merkmal der faschistischen Organisationen ist die streng hierarchische Ausrichtung am Führerprinzip; an der Spitze der faschistischen Bewegung bzw. des faschistischen Staates steht der Führer (italienisch Duce).

Totalitärer Anspruch

Ein weiteres gemeinsames Merkmal der verschiedenen faschistischen Bewegungen ist der Totalitarismus, d. h. ihr Ziel ist die Errichtung einer faschistischen Einparteiendiktatur, in der die herrschende Partei Staat und Gesellschaft vollkommen unter ihrer Kontrolle hat. Ausschaltung der Organisationen der Arbeiterbewegung und aller anderen Konkurrenten im Zugriff auf die Massen

Antidemokratische, antiliberale und antiparlamentarische politische Ideologie

Dem Faschistischen Staat fehlen in dem alle Merkmale eines demokratischen, parlamentarischen V erfassungsstaates.

Antisozialistische/antimarxistische aber auch antikapitalistische Elemente in der Ideologie

Der faschistische Staat war als Gesellschaft jenseits von sowohl Kapitalismus wie auch Klassenkampf gedacht,

die auf der „Volksgemeinschaft” basiert,

Ausgrenzung von Minderheiten

Ausgrenzung von rassischen, ethnischen, religiösen o.a. Minderheiten um Sündenböcke für Fehlentwicklungen zu finden. Die Minderheiten und Randgruppen werden lediglich gebraucht, um soziale Spannungen und andere Konflikte auf sie abzuwälzen.

Verherrlichungen von Gewalt, Kampf und Militarismus

Der Faschismus zeichnet sich durchgehend auch durch eine erhöhte Aggressivität und Gewaltbereitschaft seiner Anhänger aus; politische Überzeugungsarbeit wurde nicht auf demokratischem, parlamentarischem Wege geleistet, sondern mittels kämpferischer Propaganda und Terror.

Einschüchterung durch einen brutalen Überwachungs- und Terrorapparat

Möglicher oder tatsächlicher Widerstand wird durch einen brutalen Überwachungs- und Terrorapparat unterdrückt, mit dem die paramilitärischen Verbände der faschistischen Organisationen die politischen Gegner einschüchterten bzw. ausschalteten.

Männerbündische Strukturen

Kennzeichnend ist weiterhin, dass sich die unmittelbare, aktive Anhängerschaft des Faschismus fast nur aus Männern, vorwiegend jüngeren, rekrutierte.

Ziel ist die Errichtung einer Diktatur, die die Massen der modernen Industriegesellschaft lenkend einbezieht und der alle individuellen und demokratischen Freiheiten abgeschafft sind, ohne dass die industrielle Entwicklung aufgehalten werden soll.

Die Ansätze zur Wiederbelebung des Faschismus nach dem 2. Weltkrieg werden unter dem Begriff Neofaschismus zusammengefasst. 

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